Mehr Sekt in der Gastronomie gewünscht
Seit 2014 veröffentlicht das Haus Schlumberger in Kooperation mit dem market institut jährlich den österreichischen Sektreport und liefert damit ein Abbild der aktuellen Konsum- und Trinkgewohnheiten der Österreicher in Bezug auf Schaumwein. Neben den Trinkvorlieben werden dabei auch Kaufverhalten und Trends eingehend untersucht. Im Folgenden die Ergebnisse im Detail:
Patriotismus im Glas
Österreicher wollen regionale Auswahl im Glas: 55 Prozent der Sekttrinker ist es wichtig, dass Gastronomiebetriebe österreichischen Sekt anbieten, am liebsten sowohl glasweise als auch flaschenweise. Bei der Wahl des Schaumweins im Restaurant liegt österreichischer Sekt an erster Stelle: 50 Prozent entscheiden sich im Lokal für ein Glas aus Österreich, und damit klar vor italienischem Prosecco mit 36 Prozent und französischem Champagner mit 14 Prozent. Diese Präferenz zeigt sich altersübergreifend stabil, bei Frauen ist die Prosecco-Affinität etwas höher ausgeprägt. Je regelmäßiger Sekt konsumiert wird, desto wichtiger ist den Gästen ein breites, österreichisches Angebot: 70 Prozent aller Befragten, die monatlich Sekt konsumieren legen besonders großen Wert auf ein breiteres Angebot an heimischem Sekt in Lokalen. Hier liegt für die Gastronomie ein besonders attraktives Umsatzpotenzial mit einer kaufkräftigen Zielgruppe.
Die junge Generation gibt den Takt vor
Während Sekt in Österreich fest in der Genusskultur verankert bleibt, setzt vor allem die junge Generation neue Akzente. 86 Prozent der 18- bis 29-Jährigen bekennen sich zum Sektgenuss und zeichnen sich durch hohe Experimentierfreude aus: jeder Zweite dieser Gruppe greift zu alkoholfreiem Sekt, ein Segment, das kontinuierlich wächst. Auch Rosé-Sekt ist ein Treiber des modernen Konsums: drei Viertel der jungen Konsumenten wählen Rosé, damit überdurchschnittlich oft. Der Trend zeigt eine klare Öffnung hin zu neuen Stilen, Farbe, Leichtigkeit. Die jüngeren Zielgruppen tragen hier maßgeblich zu einer stärkeren Alltagsrelevanz bei und machen Sekt zunehmend zu einem Lifestyle-Produkt statt zu einem reinen Anlassgetränk.
Stabiler Markt mit starkem Qualitätsbewusstsein
Beim Sektkauf zeigt sich Österreich weiterhin genussorientiert: Ein gutes Drittel kauft Sekt zumindest einmal im Quartal, zwei Drittel der Bevölkerung zumindest zweimal pro Jahr. Die durchschnittliche Zahlungsbereitschaft bleibt stabil, sowohl im Supermarkt mit rund 8,60 Euro pro Flasche als auch in der Vinothek mit rund 16,40 Euro. In der Gastronomie werden Preissteigerungen moderat akzeptiert, hier liegt der durchschnittliche Richtwert aktuell bei 39 Euro. Das Qualitätsbewusstsein wirkt sich auch auf die Markenwahl aus: Schlumberger wurde auch in diesem Jahr wieder auf den 1. Platz aller Sektmarken gewählt. Besonders häufig wird Sekt in Verbindung mit Festmomenten gekauft, doch Alltagskäufe rücken weiter nach vorne.
Unverzichtbarer Begleiter der Festtage
In Österreich gehört der Sekt zu den Festtagen schlicht dazu. Mehr als die Hälfte der Österreicher genießen Sekt zu Weihnachten, sei es als Aperitif oder als prickelndes Geschenk unter dem Baum. Auch als Mitbringsel zu Weihnachtsbesuchen erfreut sich Sekt zunehmender Beliebtheit. Zum Jahreswechsel ist die Tradition noch stärker verankert: Für 9 von 10 Österreichern gehört ein Glas Sekt zu Silvester. Auch als symbolischer Glücksbringer spielt er eine wichtige Rolle, die Hälfte bringt Sekt zu Silvesterfeiern mit und lässt gemeinsam die Korken knallen. Damit bleibt der Jahreswechsel der Höhepunkt im Sektjahr.
Chance für Gastronomiebetriebe
Der Schlumberger Sektreport 2025 zeigt damit deutlich: Die Zukunft des Sektkonsums in Österreich ist regional, qualitätsorientiert und gastronomiegetrieben. Gäste wünschen sich eine breitere Auswahl an heimischen Produkten, und für über die Hälfte der Sekttrinker ist ein Angebot an österreichischem Sekt in der Gastronomie wichtig. Dies eröffnet Gastronomiebetrieben die Chance, ihr Profil zu schärfen und sich bewusst zu Österreich als Schaumweinland zu bekennen. Zeitgleich bestätigt die Studie, dass Herkunft und Vertrauen zentrale Kaufmotive bleiben. Ein wachsender Teil der Konsumenten greift bewusst zu regionalen Produkten, um lokale Qualität zu unterstützen und Wertschöpfung im eigenen Land zu stärken.