Gastronomie im Aufschwung
Während die Haushaltsausgaben für Lebensmittel unter Druck stehen – die erfasste Einkaufsmenge liegt um 4,6 Prozent unter dem Vorjahresniveau – profitiert die Gastronomie von veränderten Konsumgewohnheiten.
Proteinreiche Küche treibt Nachfrage
Der anhaltende Trend zu proteinreicher Ernährung spiegelt sich auch in der Gastronomie wider. Naturjoghurt inklusive Skyr, Frischkäse, Topfen sowie Hühnerfleisch zählen zu den besonders gefragten Produkten. Hühnerfleisch überschritt im ersten Halbjahr 2026 mit 32 Prozent Mengenanteil eine wichtige Marke und setzt damit seine langfristige Aufwärtstendenz fort.
Für die Gastronomie bedeutet dies: Proteinreiche Gerichte stehen verstärkt auf der Nachfrageagenda. Sortenreine Öle wie Kürbiskernöl und Rapsöl landen ebenfalls vermehrt im Einkaufskorb – deshalb ein Indikator für qualitätsbewusste Speisenzubereitung auch außerhalb der eigenen Küche.
Frischgemüse und regionale Produkte im Fokus
Frischgemüse, insbesondere Salat und Fruchtgemüse, konnte im ersten Halbjahr zulegen. Frische Produkte entwickelten sich mengenmäßig besser als konservierte Produkte und Tiefkühlware. Ein Grund: Frische Ware wird weniger energieintensiv produziert und ist damit weniger stark von gestiegenen Energiekosten betroffen.
Für die Gastronomie eröffnet dies Chancen: Menüs mit frischen, regionalen Komponenten entsprechen dem gestiegenen Qualitätsbewusstsein. Laut YouGov-Studie bevorzugen 44 Prozent der Konsumenten Lebensmittel mit dem AMA-Gütesiegel – ein Anstieg von fast 4 Prozentpunkten zum Vorjahr. Drei Viertel der Österreicher halten österreichische Produkte für qualitativ am besten.
Ausblick
Die RollAMA-Daten zeigen: Die Gastronomie steht vor veränderten Rahmenbedingungen. Konsumenten erwarten qualitativ hochwertige, regionale und proteinreiche Angebote – bei gleichzeitig gestiegenem Preisbewusstsein. Betriebe, die auf transparente Herkunft, frische Zutaten und klare Qualitätsstandards setzen, können sich im wettbewerbsintensiven Umfeld positionieren.