Einigung auf neuen Branchen-KV
Nach mehreren intensiven Verhandlungsrunden haben sich die Fachverbände Hotellerie und Gastronomie sowie die Gewerkschaften GPA und vida auf einen neuen Kollektivvertragsabschluss für Gastronomie und Hotellerie verständigt. Ab 1. Oktober 2026 steigen die Löhne und Gehälter im Durchschnitt um 3 Prozent. Die Lehrlingseinkommen werden durchschnittlich um 3,44 Prozent angehoben. In der Lohn- und Gehaltsgruppe 5 beträgt das Plus 3,48 Prozent. Zusätzlich wurde für den Großteil der Beschäftigten eine maximale Prämie von 275 Euro vereinbart.
„Dieser Abschluss ist ein fairer und verantwortungsvoller Kompromiss in wirtschaftlich äußerst fordernden Zeiten. Er bringt den Beschäftigten spürbare Verbesserungen und berücksichtigt zugleich die schwierige Lage vieler Betrieb“, erklärt Georg Imlauer, Obmann des Fachverbandes Hotellerie.
Reallohngewinn in den letzten Jahren
„Fakt ist, dass es in den letzten Jahren immer einen Reallohngewinn gegeben hat“, so Alois Rainer, Obmann des Fachverbandes Gastronomie. „Der durchschnittliche Anstieg der Löhne und Gehälter im Zeitraum 2021 bis 2025 betrug 27,1 Prozent bei einer Inflation von 23,8 Prozent im gleichen Zeitraum. Damit sind die Mindestlöhne im Hotel- und Gastgewerbe in den vergangenen vier Jahren im Branchenvergleich am stärksten gestiegen sind.“ Noch deutlicher sei die Steigerung bei den Lehrlingseinkommen, diese hätten sich in den letzten vier Jahren im Durchschnitt um 35 Prozent erhöht.
Besonders wichtig ist uns, dass diese Nachbesserung gerade jenen zugutekommt, die für die Zukunft der Branche entscheidend sind: den Lehrlingen und den vielen Beschäftigten in der Lohngruppe 5, die am niedrigsten entlohnt sind“, sagt Eva Eberhart, vida-Verhandlungsleiterin und Vorsitzende des vida-Fachbereichs Tourismus. „Über den Fachkräftemangel wird im Tourismus viel gesprochen. Die wirksamste Fachkräftestrategie liegt aber auf der Hand: gute Löhne und Arbeitsplätze, an denen Menschen gerne bleiben“, so Eberhart.