„Die Jungen gehen in Wien weniger aus“
„Es ist keine Neuigkeit, dass die jüngeren Konsumenten weniger Alkohol trinken“, meint Wiens Gastro-Obmann Thomas Peschta im gastroreport-Gespräch, „jetzt ist in den letzten Wochen noch der ‚Dry January‘ dazugekommen, das spüren wir dann ganz besonders.“ Vor allem in der Nachgastronomie sei die Lage derzeit schwierig. „Für zwei Almdudler und drei Red Bull braucht keiner ins Lokal gehen, das kann man auch zu Hause machen“, so Peschta. Zwar auch merkbar aber nicht ganz so schlimm sei der Frequenzrückgang in der Speisengastronomie, aber „sobald sich das ins Getränkethema verlagert, ist ein Unterschied spürbar“. Da helfe es auch nichts, wenn aufgrund des verringerten Alkoholkonsums in einem Auto heute oft nicht nur ein, sondern gleich vier potenzielle Fahrer sitzen würden, wenn die Lust zum Weggehen fehle.
Einen der Gründe dafür – neben dem geänderten Konsumverhalten – sieht Peschta auch in dem gestiegenen Preisniveau in vielen Lokalen. Das Dazuverdienen für Junge werde immer schwieriger, auch andere Preise würden steigen, damit bliebe unterm Strich weniger Geld zum Fortgehen. Peschta: „Dann steigt eben eine Homeparty oder man setzt sich an den Donaukanal mit einer Kiste Bier.“ Es sei hier eine Schere in der gesamten Gastroszene zu beobachten: Während die klassische Gastronomie mit hauptsächlich einheimischen Gästen mit den Preisen zu kämpfen habe, sei es an den Touristen-Hotspots fast egal, wie viel man verlange, denn Touristen seien generell preisunempfindlicher und wenn jemand aus Kopenhagen oder London oder New York käme, sei Wien preistechnisch trotzdem ein Schlaraffenland.
Dann kämen bei manchen Konsumenten auch noch Themen wie die Angst vor K.O.-Tropfen dazu, was die Stimmung auch nicht verbessern würde. „Also ich weiß aus vielen Gesprächen mit Kollegen, dass es speziell in der Nachtgastronomie echte Probleme gibt“, so Peschta abschließend.