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Betriebe erfolgreich übergeben

Jede dritte Hotelübergabe steht unmittelbar bevor. Zu diesem Thema bietet einerseits die ÖHV in ihrem Campus das passende Know-how an, aber auch die Prodinger Tourismusberatung hat einen entsprechenden Leitfaden herausgebracht.

Die Übergabe eines Tourismusbetriebs zählt zu den sensibelsten und strategisch wichtigsten Phasen im Lebenszyklus eines Unternehmens. Gerade in der familiengeführten Hotellerie und Gastronomie geht es dabei nicht nur um Eigentum, Führung und rechtliche Fragen, sondern auch um Emotionen, Verantwortung, Zukunftsaussichten und die wirtschaftliche Stabilität des Betriebs. Diesem zentralen Thema widmet sich das neue Booklet „Vom Gestern ins Morgen – Die Kunst der erfolgreichen Betriebsübergabe“ von Thomas Reisenzahn und Marco Riederer.

Die Publikation versteht Betriebsnachfolge nicht als punktuelles Ereignis, sondern als langfristigen unternehmerischen Prozess. Sie zeigt, dass erfolgreiche Übergaben dort entstehen, wo familiäre Interessen, wirtschaftliche Vernunft, klare Kommunikation und strategische Zukunftsplanung rechtzeitig zusammengeführt werden. Besonders im Tourismus, wo Betriebe häufig über Generationen gewachsen sind, entscheidet die Qualität der Übergabe maßgeblich darüber, ob das Lebenswerk der Übergeber gesichert und zugleich Raum für neue unternehmerische Entwicklung geschaffen wird.

Zwischen Lebenswerk und Zukunftsmodell

„Viele Übergaben scheitern nicht am fehlenden Willen, sondern an zu spätem Beginn, unklaren Rollen und fehlender wirtschaftlicher Vorbereitung“, betont Thomas Reisenzahn von der Tourismusberatung. „Wer die Nachfolge professionell plant, schafft Stabilität für Familie, Betrieb, Mitarbeitende und Finanzierungspartner.“

Das Booklet behandelt die wichtigsten Erfolgsfaktoren einer gelungenen Betriebsübergabe: von der rechtzeitigen Familienklausur über steuerliche, rechtliche und betriebswirtschaftliche Fragen bis hin zur Unternehmensbewertung, Investitionsplanung und Finanzierung. Ein besonderer Fokus liegt auf der Kommunikation zwischen den Generationen. Denn Nachfolgekonflikte entstehen häufig dort, wo Erwartungen unausgesprochen bleiben – etwa in Bezug auf Rückzug, Verantwortung, Erbteilung, Altersvorsorge oder die künftige strategische Ausrichtung des Unternehmens.

Tipps aus der Praxis

Aber auch bei der Österreichischen Hoteliervereinigung weiß man um die Problematik der Betriebsübergabe innerhalb der Familie und bietet zu diesem Thema praxisnahes Know-how an. „Die Betriebsnachfolge ist keine Formalität, sondern eine der wichtigsten strategischen Entscheidungen für die Zukunft eines Unternehmens“, sagt Brigitta Brunner, Leiterin des ÖHV-Campus. „Erfolgreiche Übergaben brauchen Zeit, Klarheit und Struktur. Die ÖHV begleitet Betriebe dabei mit praxisnaher Weiterbildung, Erfahrung aus der Branche und einem starken Netzwerk.“

Denn die Anforderungen an Nachfolger steigen: Digitalisierung, Fachkräftemangel, Investitionen und Nachhaltigkeit verlangen unternehmerisches Know-how und klare Entscheidungen. Programme wie die ÖHV-Unternehmerakademie und die Webinarreihe zur Betriebsübernahme stärken genau diese Kompetenzen – von Betriebswirtschaft über Führung bis zur strategischen Entwicklung des Betriebs.